Fahrzeug in Australien:
Fahrzeugtyp:
Australien bereist man am besten mit dem Wohnmobil. Die Einheimischen benutzen oft einen Geländewagen mit Wohnanhänger, das habe ich aber nie zu mieten gesehen. Bei Backpackern beliebt ist die Variante "PKW mit Zelt", für Familien halte ich das für wenig komfortabel.
Übrig bleiben die Varianten:
Allrad Camper:
Meist Toyota Allradfahrzeuge mit 2-3 Betten. HiTop, PopTop oder Dachzeltvarianten. Vereinzelt gibt es Allradcamper für 4 Personen z.B. Apollo Outback Camper oder Boomerang Dachzelt.
Motorhomes:
Wohnmobile mit 4-8 Betten. Mit oder ohne Alkoven.
Campervan:
Meist auf Toyota HiAce Basis basierende Campingbusse mit 2-4 Betten. HiTop oder PopTop Varianten.
Meine Empfehlung für 2 Erwachsene und 1-2 Kinder ist ein Campervan mit Hochdach. Die Miete ist etwa die Hälfte eines Motorhomes oder Allradcamper. Er ist klein genug um überall hinzukommen, auser Offroad. Der Kraftstoffverbrauch ist mit ca 12 l/100km Benzin im Vergleich niedrig.
Das Platzangebot im Campervan ist eng, aber ausreichend. 1-2 Monate geht es schon. Zumeist hält man sich draussen auf, so daß der Wagen nur zum Fahren oder Schlafen genutzt wird. Ein Kühlschrank, eine Spüle und ein Gaskocher sind eingebaut um kleine Gerichte zu kochen.
Öffentliche Toiletten gibt es fast überall im Land und diese sind erstaunlich gut gepflegt.
Wichtig ist ein guter Moskitoschutz des Wagens. In manchen Gebieten des Outback und in Westaustralien gibt es tagsüber unzählige Fliegen. Nachts können einem stellenweise Myriaden von Stechmücken den Schlaf rauben.
Auch wenn die Klimaanlage nur ausgelegt ist den Fahrerraum zu kühlen, so reicht es doch um im gesamten Innenraum ein angenehmes Klima zu haben. Allerdings nur während der Fahrt. Eine Standklimaanlage wäre manchmal wünschenswert, bräuchte dann aber auch zwingend Stromanschluss.
Sollte es einmal zu eng werden oder das Wetter zu heiss oder zu schlecht, dann kann man sich für ein paar Nächte von dem gesparten Geld ein Hostel oder eine Campingplatz Cabin leisten.
Kindersitze:
Je nach Bauart gibt es bei Campervans bis zu 3 Sitze vorne und 2 hinten. Bei den hinteren Sitzen sollte man darauf achten, dass sie in Fahrtrichtung eingebaut und für die Fahrt zugelassen sind. Neuere Campervans haben die Sitze längs im Heck des Fahrzeuges, was ich unglücklich finde. Sitze auf Höhe der Schiebetüre sind empfehlenswerter.
Kinder bis inkl. 7 Jahre benötigen einen Kindersitz. Je nach Modell des Kindersitzes muss der Fahrzeugsitz dafür eine besondere Halterung haben. Um sicherzugehen sollte man beim Vermieter nachfragen, ob das Fahrzeug für Kindersitze geeignet ist. Die Regelungen für die einzelnen Staaten sind weitestgehend vereinheitlicht. Infos für NSW http://www.rta.nsw.gov.au/roadsafety/children/childrestraints/index.html
Bei Motorhomes ist darauf zu achten, wo die Kindersitzplätze sind. Liegen sie im Heck des Fahrzeuges, ist eine Kommunikation während der Fahrt meist nicht möglich.
Mieten oder kaufen ?
Meiner Erfahrung nach lohnt sich der Kauf eines Campervan erst ab 4-6 Monaten Aufenthalt. Abhängig vom Fahrzeugtyp und vom eigenen Anspruch. Ein ausreichendes Kaufangebot ist nur in grossen Städten vorhanden. Da es durch das trockene Klima wenig Rost gibt, sehen die Wagen oft besser aus, als es die hohe Laufleistung vermuten lässt. Beim Kauf zu berücksichtigen ist neben dem Preis auch das Pannen-, Verschleiss- und Reparaturrisiko. Und es muss Urlaubszeit für Kauf und Verkauf eingeplant werden.
Wer einen Wagen kauft, der sollte aufgrund der Ersatzteilversorgung immer ein gebräuchliches Modell nehmen. Dies sind zumeist japanische Hersteller, insbesondere Toyota. Die australischen Holden sind als PKW und Offroad auch verbreitet. Europäische Fahrzeuge sind kaum zu finden.
Mietfahrzeuge, auser Allrad, dürfen laut AGB grundsätzlich nur auf geteerten Strassen benutzt werden. Kurze ungeteerte Zufahrten z.B. zum Campingplatz sind in der Regel erlaubt, trotzdem sicherheitshalber den Vermieter danach fragen.
Autovermieter:
Hier eine Liste der mit bekannten Camper Vermieter in Australien.
Allrad:
In Australien gibt es noch eine grosse Anzahl ungeteerter Strasse. Viele touristische Attraktionen sind aber bereits soweit erschlossen, dass sie mit normalen Fahrzeugen erreicht werden können.
Folgende Überlegungen, ob man als Familie ein Allradfahrzeug nehmen soll:
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Ein Allrad hat wenig Platz
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Ein Allrad braucht mehr Treibstoff
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Die Fahrt auf Pisten ist trotz Allrad eine rauhe Angelegenheit
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Die Möglichkeit eines Schadens ist auf Pisten deutlich höher und sollte in das Budget eingeplant werden
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In entlegenen Gebieten braucht man zusätzlich eine Notfall Ausrüstung und sollte diese auch benutzen können
Mein Tipp: Für den ersten Besuch reicht ein normales Fahrzeug aus um grosse Teile Australiens zu entdecken. Es wird aber sicherlich immer ein paar Situationen geben, wo man sich ein Allradfahrzeug wünschen würde.
Wer bei seinem Besuch bewusst entlegenere Sehenswürdigkeiten entdecken will oder gezielt Pisten fahren möchte, der wird sich für ein Allrad entscheiden.
Führerschein:
Die Regelung 2010 war, daß bis 3 Monate Aufenthalt der deutsche Führerschein und eine offizielle englische Übersetzung reicht.
Über 3 Monate Aufenhalt benötigt man einen internationalen Führerschein. Zum internationalen Führerschein muss zwingend auch der nationale Füherschein mitgeführt werden.
Da sich solche Vorschriften aber gerne ändern, sollte man sich aktuell informieren.